EPT Barcelona
Von S.Ruthenberg,
26.09.2008,
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Nach Ankunft in Barcelona ohne Verspätung gings erst mal ins Hotel AB Skipper. Dort residierten noch andere Pokerspieler wie Jason Mercier, den ich am Final Table wiedertreffen sollte.
Ich spielte Tag 1b, so dass ich noch einen Tag Zeit hatte mir Barcelona mal etwas näher anzuschauen, was sich letztendlich auf den Strand und die umliegenden Restaurants beschränkte. Im Marinas (zwischen AB Skipper und dem Casino) schmeckte die Paella nicht wirklich gut, die Desserts dafür umso besser.
Tag 1b – Die Schlacht beginnt
Das Grand Casino de Barcelona war eine recht angenehme Location, klein aber fein. Etwas Zuschauerunfreundlich, dafür konnte man aber nach stundenlangem rumstehen und nicht viel sehen sich im Buffetraum verköstigen. Große Auswahl an Nachspeisen, vor allem immer frische Melonen und das sonst übliche Kalt- und Warmzeug, das aber wirklich ganz in Ordnung war.
Es geht los, 619 Spieler haben 8.000 Euro investiert um daraus das große Geld zu machen.
Die ersten 3 Stunden konnte ich kontinuierlich meinen Stack aufbauen, bis es zur ersten großen Potentscheidung kam:
Mit ca. 35.000 Chips (was zu diesem Zeitpunkt Top 5 war) raise ich UTG bei 300/600 Blinds / 50 Ante mit
auf 1700. UTG+1 und die beiden Blinds callen. Der Flop kommt
, die Blinds checken zu mir, ich spiele 4800 und denke mir: „Gimme action, one time!“. Mein Wunsch wurde erhört und nach nichtmal 3 Sekunden raised der UTG+1 Caller auf 12000. Zu meiner Überraschung coldcalled der SB mit ca. 25.000 übrigen Chips, was mir zwar komisch vorkam, aber immerhin habe ich die Nuts. Ich raise also ohne großes Hollywood allin, der Raiser folded und der SB callt mit KQ – Twopair, fast drawing Dead. Dieser Pot katapultierte mich zum Chipleader mit fast 40.000 Vorsprung zum 2. Platz.
Das Glück blieb mir diesen Tuniertag treu und so konnte ich mit einem Stack von 106.500 Chips das Casino verlassen. Der nächste Tag lief soweit recht gut, im Tunier noch 220 Spieler und am Ende des Tages 5. In Chips mit 326.000 – ganz passabel.
Der dritte Tag begann erneut gut für mich, ich arbeitete mich langsam auf Platz 4 der Chips hoch bis es zu dieser beschissenen Situation kam:
Der Average lag bei ca. 220.000 und Jonas Molander geht bei 4000/8000 Blinds aus Middle Position für 115.000 Chips allin. Ich sitze direkt neben ihn und bin natürlich bereit einen großen Teil meiner Hände zu folden, aber finde das, was ich den ganzen Tag vermisst habe: AA! Ship it! Aus meiner Freude heraus spiel ich bischen mit den Chips rum und calle in der Hoffnung dass hinter mir noch jemand eine Hand findet. Dies war leider nicht der Fall und es kommt zum Showdown: Ich AA, Molander A8o. 93%/7%. Leider habe ich an dieser Stelle nicht damit gerechnet, dass auch Molander von einem Quentchen Glück gesegnet ist und irgendwie bastelt er sich ne Strasse zusammen.
Meine Fresse was ein Ding! Zum Glück war Pause und erst mal Zeit 2 Zigaretten zu rauchen. Dinnerbreak war immer ein guter Zeitpunkt um sich über Hände auszutauschen, zu rauchen, essen oder sich einfach mal die Beine zu vertreten.
Nun ja, mein Stack war von 280.000 auf lächerliche 110.000 geschrumpft und das bei 5.000/10.000 Blinds. Also ab jetzt tight ist megaaa right… Ich war wohl immer noch ziemlich angepisst als Michael Keiner und Kollegen kamen um mich wieder aufzumuntern und mir neuen Mut zuzusprechen, da ich mich schon quasi ausgeschieden sah.
Weiter geht’s, es wird gespielt bis nur noch 8 Leute dabei sind. Der TV Table war bereits schon aufgebaut und wurde live im Internet übertragen. Wie wunderbar das ich tatsächlich weiter meinen Stack aufbauen konnte und somit wieder neue Hoffnung auf den Final Table hatte. Ich spielte sehr tight und konnte bei 9 verbleibenden Leuten einen wichtigen Coinflip mit 99 gegen Jason Merciers AQ gewinnen.
Also ging ich um 4.00 h morgens müde aber als 2. In Chips zurück ins Hotel um mir möglichst viel Schlaf vor dem Final Table zu gönnen. Um 16:30 h gings dann endlich los, eigentlich ja schon um 15:00 h aber das hatte sich dann leider etwas zeitlich nach hinten verschoben. Scheiße 1 Stunde weniger Schlaf.
Final Table
Chipleader ist Johan Klasen mit 1,24 mio und ich mit 1,2 mio. Die Blinds beginnen mit 20.000/40.000, Ante 4.000 Meine Strategie war zunächst: raushalten!, wenn der Spot gut war, Blind klauen und die Moneyladder hochzukrabbeln.Die Hands vom Finaltable erspare ich mir mal an dieser Stelle, da die meisten diese ja im Livestream gesehen haben.
Summasummarum: Nach einem gewonnenem K9s gegen 74o von Fintan Gavin habe ich die EPT Barcelona gewinnen und war 900.000 € reicher. (Bei 3 Leuten wurde ein Deal vereinbart)
Und dann gings richtig los mit Media Nervkram, Fotos machen, lächeln, Fotos, Pokal halten (mein Gott war der schwer), noch mal lächeln, Geldkoffer halten (macht schon mehr Spaß, obwohl ich zu dem Zeitpunkt wohl noch nicht wirklich realisiert habe, was ich da grade gewonnen habe), lächel und blabla. Erstes Interview direkt am Tisch und die nächsten Interviews folgten sogleich. Bis ich mich endlich mit meinen Leuten und Supporten unterhalten konnte, vergingen locker 2-3 Stunden. Jetzt noch ne Runde Bier auf mich und in totaler Erschöpfung, mega happy aber immernoch nicht wirklich dessen bewusst was passiert war ab ins Bett.
Geld hatte ich natürlich nicht dabei, keine Lust jetzt noch auf nen Überfall, bei der Gelegenheit hab ich auch gleich vergessen meinen Pokal mitzunehmen. 2 h Schlaf und dann ab zum Flughafen. Ende der EPT Barcelona.
Die EPT kann ich wohl so sagen, war anstrengend, aber eben ein riesen Erfolg. Bis jetzt gabs glücklicherweise nur positives Feedback über mein Play und ich hab mich auch super wohlgefühlt mit meinem Spiel, selbst am Final Table war ich locker und gelassen, trotz der ungewohnten Kameras. Von dem Geld werde ich mir erst mal richtig schönen Urlaub auf den Malediven gönnen, für den Rest hab ich so konkret noch keine Verwendung.
P.S.: Danke an alle die mich unterstützt haben und danke an Thomas und seine Dealer für ein toll organisiertes Turnier.









